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Warum nur? - Die Frage nach den Ursachen12.10.2007
Von unserem Jungredakteur Daniel Borchers und Jungredakteurin Hannah Hettler, Ricarda-Huch-Schule, Kurs Journalismus, 9. Jahrgang Ursachen und Auslöser des Selbstmordes Nachdem sich Kinder oder Jugendliche das Leben genommen haben, bleibt bei den Hinterbliebenen meist die Frage: „Warum gerade unsere Kinder?" Die möglichen Ursachen für einen Selbstmord bei Jugendlichen sind vielfältig: Zurücksetzung oder Vernachlässigung, Misstrauen, ständige Kritik, Angst fördernde Erziehung, zu hohe Leistungserwartungen seitens der Eltern oder ein gestörtes Familienverhältnis. Einer oder mehrere dieser Faktoren spielen bei Selbstmord der Jugendlichen häufig eine große Rolle. Man muss jedoch unterscheiden zwischen Auslöser und Ursache. Bei der Ursache handelt es sich um einen langjährigen Prozess, wohingegen der Auslöser ein akuter und aktueller Anlass ist. Der Entschluss zum Selbstmord wird eher spontan gefasst. Obwohl sich das Kind möglicherweise schon länger mit Selbstmordgedanken auseinander setzt, werden sie noch nicht in die Tat umsetzt. Der Auslöser jedoch bringt das Kind dann so weit, dass es ab sofort nicht mehr leben will. Typische Auslöser sind: der Verlust eines Elternteils, akute Probleme in der Schule, der Peak einer Sucht oder eine kriminelle Handlung. Die Auslöser sind dann allerdings nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und somit zu einer Kurzschlusshandlung führt - dem Suizid. Übersättigung und Langeweile Es ist bewiesen, dass sich Kinder und Jugendliche, die in wohlhabenden Familien leben, sich eher das Leben nehmen als Kinder und Jugendliche, die in ärmeren Familien oder in ärmeren Ländern aufwachsen. Das liegt häufig daran, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft die Frage nach dem „Sinn des Lebens" oft unbeantwortet bleibt. Viele Jugendlich haben können mit dem Begriff „Freude“ so gut wie nichts mehr anfangen, weil sie das Gefühl haben, schon alles zu besitzen. Daher sind sie übersättigt, können sie sich über nichts mehr freuen und ihr Leben kommt ihnen langweilig und öde vor. Liebeskummer und Depressionen Ein weiterer Grund ist, dass die Kinder und Jugendlichen häufig Liebeskummer haben. Auch das Gefühl der Isolation und der Mangel an Geborgenheit ist eine häufige Ursache des Suizids. Haben Jugendliche beispielsweise das Gefühl, von ihren nächsten Angehörigen nicht (mehr) geliebt zu werden, suchen sie Liebe in der Beziehung zu Freund oder Freundin und projizieren alle ihre Gefühle auf diese eine Person. Geht diese Beziehung aber in die Brüche, haben sie das Gefühl allein und verlassen auf der Welt zu sein. Somit kommen wir zu einem weiteren und zugleich sehr bedeutendem Aspekt: 60% aller Selbstmorde stehen mit Depressionen im Zusammenhang. 16% von den 60% leiden an einer krankhaften Depression. Die Betroffenen leiden darunter, dass ihnen die Welt nur noch grau erscheint. Nichts macht ihnen mehr Spaß. Rechtzeitig erkannt lassen sich Depressionen jedoch eigentlich gut behandeln. Also: Augen auf!
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