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Stephen King: Puls (Buchkritik)23.05.2006
Von unserer Redakteurin Nadine JerkeClayton Riddell ist für ein Vorstellungsgespräch nach Boston gereist. Mit seinen schönsten Zeichnungen bewirbt er sich um einen Job als Grafiker, damit endlich wieder Geld in die Haushaltskasse kommt. Das Gespräch ist positiv verlaufen, Ridell hat gute Aussichten auf den Job. Um sich zu belohnen, stellt er sich in die Warteschlange, die sich an einem Eiswagen auf der Boston Street gebildet hat. Keine Minute später bricht die Hölle los. Alle Menschen um Ridell herum, die gerade noch ein Handy benutzt haben, drehen völlig durch. Ein Mann im Anzug beißt einem Hund ein Ohr ab, die Frau, die sich vor Ridell ein Eis gekauft hat, kämpft mit einem Mädchen im Teenager-Alter und wird von diesem durch einem Biss in die Halsschlagader getötet. Aber nicht nur die Menschen auf den Straßen fallen übereinander her – auch Flugzeuge stürzen vom Himmel – überall in der Stadt sind Explosionen zu hören, die in immer kürzeren Abständen auftreten. In diesem ganzen Durcheinander trifft Ridell auf einen Mann, der ebenfalls kein Handy zu haben scheint und darum von diesem Wahnsinn nicht betroffen ist. Gemeinsam gelingt es den beiden Männern, einige Angreifer abzuwehren und in die Lobby eines Hotels zu flüchten. Dort dauert es nicht lange bis Ridell sein kleiner Sohn Jonny einfällt – der mit seinem Handy in der Schule gewesen sein muss, als dieser Albtraum begann. Ridell ist fest entschlossen, Boston zu verlassen – mitten durch die Hölle – um seinen Sohn und seine Frau zu finden. Dieses Vorhaben erweist sich als Schreckensmission durch eine Welt ohne Sinn und Verstand… Stephen King ist wieder da. Sehr eindrucksvoll und absolut beängstigend ist sein Roman „Puls“. King macht durch seine Geschichte deutlich, wie nahe sich die heutige Bequemlichkeit und das absolute Chaos doch sind. Ein Buch, das mit Sprachgewalt und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, seinem Leser eine Gänsehaut beibringt. Achtung – nichts für zart besaitete Gemüter!
Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. Bei Heyne erschien im November der letzte Band des Zyklus: "Der Turm".
Autor/in: Stephen King
Verlag: Heyne
Umfang: gebunden, 560 Seiten
Erscheinungsjahr: März 2006
ISBN: 978-3-453-02860-9
Preis: 19,95 €
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