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Täter und Opfer - zwei unterschiedliche Welten![]()
12.04.2008
Von unseren Jugendredakteuren Daniel Borchers und Hannah Hettler, Ricarda-Huch-Schule, Kurs Journalismus, 9. Klasse Die Opfer sind grundsätzlich die Leidtragenden: Häufig erleiden sie seelischen oder sogar körperlichen Schaden. Mitunter leiden sie sogar unter heftigen Traumatisierungen. Nicht selten tragen sie Langzeitschäden davon. Häufig wird den Opfern Schuld bzw. Mitschuld an ihren Verletzungen zugeschrieben. Viele aber geben sich von vornherein selbst die Schuld an dem Geschehen. Kinder und Jugendliche, die eher als etwas ruhig, introvertiert oder inaktiv gelten, werden hauptsächlich angegriffen. Diese Kinder und Jugendlichen haben oft kein richtiges Selbstbewusstsein, sind ängstlich und sensibel. Meistens verheimlichen diejenigen, die Opfer von Gewalttaten werden, was geschehen ist. Sie haben Angst, von ihren Mitmenschen nicht akzeptiert oder sogar abgelehnt zu werden. Viele Opfer werden auch zusätzlich nach der Tat von den Tätern erpresst. Sie dürfen niemandem erzählen, was geschehen ist. Die Täter-PerpektiveDie Absicht der Täter ist es, die Gewalt als Machtmittel zu benutzen. Sie sind oft gewalttätig, weil sie ihr eigenes mangelndes Selbstbewusstsein durch das Erniedrigen und Drangsalieren anderer Menschen aufwerten wollen. Im Gegensatz zu den Opfern versuchen die Täter, die Schuld von sich zu weisen und den Opfern zuzuschieben. Wenn die Täter auf ihre Gewalttaten angesprochen werden, reagieren sie oft mit einer spontanen Entschuldigung, ohne jedoch die Tragweite ihres Handelns zu verstehen. Sie suchen mit ihren Gewalttaten Aufmerksamkeit, die sie häufig auf andere Art und Weise nicht bekommen, beispielsweise weil sie aus problematischen Verhältnissen kommen und von ihren Eltern und Geschwistern keine Anerkennung erhalten. In einer Peer-Gruppe bekommen sie genau das, was sie in ihrer Familie vermissen: Halt, Schutz und Stärke. Außerdem können sie sich durch gewalttätiges Handeln Anerkennung und einen gewissen Ruf verschaffen. Die Wahrnehmung der OpferEs gibt so gut wie keine sinnlosen Gewalttaten. Obwohl es auf den ersten Blick oft so aussieht, ist dieses sehr selten. Für die Opfer erscheinen diese Taten meist sinnlos, weil die Täter auf diesem Weg oft ihr Selbstwertgefühl steigern wollen und dies für die Opfer absolut keinen Sinn ergibt, warum es ausgerechnet sie „erwischt“. Dies ist natürlich verständlich, insbesondere, da die Opfer für die Probleme der Täter oftmals nichts können. Warum werden Jugendliche gewalttätig?Für viele Jugendlich, insbesondere männliche, sind Gewalttaten ein Männlichkeitsbeweis und von der Gesellschaft nicht verpönt. Zum Beispiel ist das Stehlen bei den Tätern sehr beliebt, weil sie durch diese Taten Anerkennung, Selbstverwirklichung und materiellen Wohlstand erreichen. Die Ursachen für diese Taten können sein, dass sie das Gefühl haben nicht dazuzugehören, emotionale Ausgrenzung und das Gefühl, keine beruflichen Perspektiven zu haben. Des Weiteren glauben sie, keine Chance auf echten Wohlstand zu haben. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen herrscht das starke Bedürfnis nach Anerkennung und Selbstbestätigung. Wenn dieses nicht gegeben ist, kommt es sehr häufig vor, dass Delikte wie zum Beispiel Stehlen verübt werden. Die Regeln der Gewalt sind verblüffend einfach: Sie schafft Klarheit und Anerkennung und es gibt einen Gewinner wie Verlierer.
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