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Kathleen McGowan: Das Magdalena Evangelium (Kritik)30.10.2006
von unserer RedakteurinSilke Schröder Für die Recherchen an ihrem neuen Buch über große Frauen der Geschichte fährt die amerikanische Journalistin Maureen Paschal nach Israel, um Nachforschungen über Maria Magdalena anzustellen, mysteriöse Frau im Leben Jesu Christi. Doch kaum angekommen, passieren Maureen seltsame Dinge: sie bekommt von einem Antiquitätenhändler einen eigenartigen Ring übereicht und träumt ständig von einer unbekannten Frau mit einem roten Schleier. Nach der Veröffentlichung ihres Buches erhält sie eine Einladung von einem mysteriösen schottischen Adligen, der sie in seinem Chateau im Languedoc begrüßen möchte. Neugierig fährt sie zusammen mit ihrem Cousin, dem Priester Peter Healy und ihrer Freundin Tammy nach Frankreich. Dort erfährt sie nicht nur, dass ihre Familie in eins der größten Mysterien der christlichen Geschichte verstrickt ist, sondern sie hört auch von geheimnisvollen Organisationen und erfährt die Ursache ihrer immer wiederkehrenden Visionen. Maria Magdalena ist zweifellos eine spannende Figur des christlichen Universums, und so ist es kein Wunder, dass sich auch die Fiction-Gemeinde gern mit ihr beschäftigt. Kathleen McGowans neuer Roman bedient diese Neugier treffsicher. Was sie uns erzählt, ist eine Mischung aus Religionsromantik, Liebesroman, Geschichte und Spekulation. Sie versteht es, ihre Leser im Bann zu halten, denn spannend ist es schon, über eine ebenso bedeutsame wie mysteriöse Frau aus dem Jahre Null zu lesen. Gekonnt mixt sie dabei Forschungsergebnisse, Mutmaßungen und Fiktion zusammen. Leider kommt sie jedoch an allzu vielen Stellen des Buches nicht aus ihren religiösen Verklärungen heraus. Auch die Personen bleiben meist etwas eindimensional. Ebenso unbeholfen wirken Maureens Visionen, mit denen die Autorin das Leben der Maria Magdalena darstellen will. Mit ihrem Nachwort schließlich verliert sie an Glaubwürdigkeit: Sich durch eigene Visionserlebnisse in eine direkte Verwandtschaftslinie mit einer – nicht einmal sicher nachgewiesenen – historischen Figur zu stellen, erfordert schon einige Fantasie. Anyway: Wer mehr über das Languedoc, seine Bewohner und ihre mögliche Verbindung mit Maria Magdalena erfahren möchte, sollte unbedingt „Das verlorene Labyrinth“ von Kate Mosse lesen. Und wer auf Philipp Vandenberg und Dan Brown steht, ist bei Kathleen McGowan auf jeden Fall gut aufgehoben.
Kathleen McGowan, geboren in Hollywood, Kalifornien. Mit einundzwanzig ging sie als Reporterin nach Nordirland. In den folgenden Jahren bereiste sie Europa und den Nahen Osten. Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie, zuletzt als Chefredakteurin, für die Irish News und später für die Walt Disney Corporation.
Kathleen McGowan, die auch Drehbücher verfasst hat und an einer Dokumentarreihe über ihre Reisen fürs Fernsehen arbeitet, lebt mit ihrem Mann, dem irischen Sänger und Liedermacher Peter McGowan, und ihren drei Söhnen in Los Angeles.
Autor/in: Kathleen MacGowan
Verlag: Lübbe
Umfang: 620 Seiten
Erscheinungsjahr: August 2006
ISBN: 978-378572263-3
Preis: 19,95 €
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