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Hakan Nesser: Die Schatten und der Regen (Kritik)20.10.2005
Von unserer Redakteurin Nadine Riechers
Viktor ist acht Jahre alt als sein Vater seine Mutter im Zorn erschlägt und sich nur wenige Tage später selbst richtet. Für die anderen Dorfbewohner ist klar, dass auch Viktor das so genannte Mörderblut in sich trägt. Trotzdem findet der verwirrte Junge im Haus der Familie Mörtberg ein neues Zuhause. Zusammen mit seinem „neuen Bruder“ David wächst Viktor auf und die Lage normalisiert sich langsam. Trotzdem scheint Viktor nie so richtig dazuzugehören: In der Schule bleibt er als Mathematikgenie und etwas eigenbrötlerischer Junge immer ein Außenseiter und auch Maria, Davids Schwester, ist ihm nicht gerade freundlich gesonnnen. An einem heißen Vormittag im Sommer kommt es dann zu einem tragischen Unfall und Viktor verstummt. Die Freundschaft zu David zerbricht und Viktor, nun mehr denn je ein Sonderling, findet andere Freunde, die ebenso sonderbar zu sein scheinen. So vergehen einige Jahre bis an einem warmen Mittsommernachmittag ein brutaler Mord geschieht und Viktor verschwindet. Für die Dorfbewohner ist schnell klar, wer der Schuldige ist: Der eigenartige Junge eifert seinem Vater nach. Dreißig Jahre später kehrt David in sein Heimatdorf. zurück. Angeblich ist Viktor wieder aufgetaucht und die alten Fragen kommen wieder hoch. Hat sein ehemaliger Freund wirklich einen Mord auf dem Gewissen? Könnte Viktor einen Menschen töten? Und wieso ist er überhaupt nach so vielen Jahren zurückgekehrt? Ist er überhaupt zurückgekehrt oder irren sich die Leute? „Die Schatten und der Regen“ ist kein typischer Hakan Nesser-Krimi. Im Vordergrund steht nicht der Mord, sondern die Geschichte von Viktor und David. Nacheinander erzählt der Autor was die beiden aus ihrem Leben gemacht und wie sie ihre Kindheit erlebt haben. Die Art, in der Hakan Nesser schreibt, vermittelt dem Leser das Gefühl direkt neben den Protagonisten zu stehen und zu fühlen, was die beiden Freunde durchleben. Nesser versteht es seine Leser in den Bann zu ziehen und verknüpft dabei geschickt Gegenwart und Vergangenheit, so dass die Erzählung fast biografisch wirkt. Auch der Schluss ist gut erzählt und absolut passend, jedoch nicht vorhersehbar. Ein sehr empfehlenswertes Buch für bevorstehende, kalte Winterabende! Autor/in: Hakan Nesser
Verlag: btb Verlag
Umfang: gebundene Ausgabe, 380 Seiten
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN: 978-3-442-75146-4
Preis: 21,90 €
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