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Anne Holt: Das letzte Mahl (Buchkritik)

25.09.2003
Von unserer Redakteurin Katrin Ruß

Brede Ziegler, wohlhabender und renommierter Restaurantchef, liegt ermordet auf der Hintertreppe einer Osloer Polizeistation. In seinem Rücken steckt ein teures und edles japanisches Tranchiermesser. Oberflächlich scheint Brede Ziegler ein beliebter und erfolgreicher Mann gewesen zu sein. Doch schon nach ersten Recherchen erhält das Bild Risse. Es gibt zahlreiche Verdächtige und nicht weniger Motive. Doch welche führen tatsächlich zum Täter? Eine anspruchsvolle und schwierige Ermittlung setzt ein.

Doch nicht nur der Fall ist verworren, auch im Team um Hauptkommissar Billy T. gibt es Turbulenzen. Hanne Wilhelmsen, früher enge Freundin und Kollegin, ist nach dem tragischen Tod ohne Abschied fortgegangen. Lange hat Billy T. sie gesucht. Als sie jetzt plötzlich ihren Dienst wieder antritt, steht viel Ungesagtes und viele Verletzungen zwischen ihnen. Billy T. hält sich von ihr fern, verweigert das Gespräch und spaltet damit sein Team. Hanne Wilhelmsen steht allein da. Und doch sind es ihre ungewöhnlichen Ermittlungen, die Billy T. letztendlich vor einem schwerwiegenden Fehler bewahren.

Auf beiden Ebenen, Fall und Ermittler, geht es um viel Menschliches, nämlich um Schuld und Vergebung. Und den Weg der Annäherung, der oft ein schwieriger ist. Anne Holt ist es wieder gelungen, einen spannenden Kriminalroman zu schreiben, der gleichzeitig ein Psychogramm ist von Menschen, die verwirrt und auf der Suche sind.

Entstanden ist ein Roman, der gleichzeitig so fesselt, dass man ihn verschlingt, aber doch so nachhaltig beschäftigt, dass man ihn nicht vergisst.

Sehr lesenswert.

Autor/in: Anne Holt und Berit Reiss-Andersen
Verlag: Piper
Umfang: 427 Seiten
ISBN: 3492270573
Preis: 14 €
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