Themenguide.de
Themenguide.de
Interaktiv
GelbeSeiten

Kinderarbeit & Co.

Kindersoldaten

30.10.2008

Von unserer Jungredakteurin Samea Langenstein, Ricarda-Huch-Schule, Kurs Journalismus, 9. Klasse

Was haben Papst Benedikt XVI, Günter Grass, der deutsche Schriftsteller und Literaturpreisträger von 1999, der ehemalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher und mein Großvater gemeinsam?

Sie alle sind 1927 geboren und wurden von Hitler im so genannten „Volkssturm“, wie ca. 200.000 andere Jungen der Jahrgänge 1926 bis 1928, ab Februar 1943 als Luftwaffenhelfer eingesetzt. Die „Flakhelfer-Generation“, wie sie auch genannt wird, war damals zwischen 15 und 17 Jahre alt. Glücklicherweise ist diese Zeit des Krieges und der Gewalt, die die Lebensumstände extrem schwierig machten, schon seit über 60 Jahren vorbei. Doch wie sieht das in anderen Teilen der Welt aus?

Dass Kinder als Soldaten mit scharfen Waffen hantieren, anstatt mit Spielzeug zu spielen, ist in Mitteleuropa heute nicht mehr denkbar. Und doch ist es für tausende Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika bittere Realität. Senait Mehari war nur ein solches Kind unter vielen. Sie erzählt in ihrem autobiographischem Buch „Feuerherz“ über ihr Leben als Kindersoldatin und will auf das Schicksal vieler Kinder aufmerksam machen. Aber auch der Film „Lost Children“, der als bester Dokumentarfilm unter anderem den Unicef-Filmpreis und den Deutschen Filmpreis 2006 bekommen hat, beschreibt das Leiden der Kindersoldaten in Uganda.

Aber was sind eigentlich Kindersoldaten?

Weltweit gibt es mehr als 300.000 Kindersoldaten. Das sind Kinder, die täglich Krieg, Gewalt und Zerstörung erleben müssen. Die Kinder werden in vielen Fällen entführt und dann gezwungen, zu kämpfen. Wenn sie nicht kämpfen wollen, drohen ihnen die Entführer, ihren Familien etwas anzutun. Nur selten gibt es Kinder, die freiwillig Soldaten werden, und wenn, dann kommen diese Kinder meist aus sehr armen Familien und wollen Geld verdienen, um ihre Familien zu ernähren. Denn die Soldaten versprechen den Kindern viel Geld, das die Kinder dann aber meist nicht bekommen. Einige Kinder mussten jedoch auch z. B. mitansehen, wie Verwandte getötet wurden und melden sich deshalb freiwillig als Soldaten.

Bevor die Kinder im Krieg eingesetzt werden, müssen sie erst an einem sehr harten Training teilnehmen, indem sie lernen, mit Waffen umzugehen und andere Menschen zu töten. Da es heutzutage auch leichte Waffen gibt, die kleinere Kinder besser halten können, werden die Kindersoldaten immer jünger.

Zum Alltag der Kindersoldaten gehört auch, geschlagen, misshandelt und gezwungen zu werden, Dinge zu tun, die sie nicht wollen, wie zum Beispiel andere Kinder töten, wenn diese einen Versuch gemacht haben, zu fliehen. Dabei werden einigen Drogen gegeben, damit es ihnen leichter fällt, diese Grausamkeiten zu tun. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt werden, dann werden sie von ihren Vorgesetzten geschlagen, schikaniert oder sogar getötet.

Aber die Kinder leiden nicht nur unter der physischen Grausamkeit – oft gibt es auch zu wenig zu essen. Es mangelt außerdem an sauberem Wasser und Medikamenten.
Da die Kinder von den älteren Soldaten oder Vorgesetzten meist als „weniger wertvoll“ angesehen werden als die erwachsenen Soldaten, werden sie an den gefährlichsten Stellen der Front eingesetzt. Immer wieder nehmen sich die Soldaten auch das „Recht" heraus, Mädchen und auch Jungen sexuell zu missbrauchen, was schwere Folgen wie ungewollte Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten oder HIV- Infektionen haben kann.

 Wie kann man diesen Kindern helfen?

Zuerst ist es sehr schwierig, die Kinder von den Rebellen zu befreien. Aber wenn dies gelingt, dann kommen die Kinder in Kinderheime, die meist von Hilfsorganisationen, wie Unicef oder terre des hommes, unterstützt werden. Dort bekommen sie genug zu essen und versuchen, ein neues Leben anzufangen und das Erlebte zu verarbeiten. Allerdings ist dies nicht so einfach, da die Kinder meist ein schweres Trauma und schreckliche Albträume haben. Die Kinderheime versuchen aber auch, die Kinder wieder zu ihren Familien zurück zu bringen, was auch ein Problem ist, da einige Familien Angst vor ihren eigenen Kindern haben, weil sie gehört haben, dass die Kinder andere Menschen töteten. Die meisten Familien nehmen ihre Kinder aber gern wieder auf und führen dann bestimmte Rituale durch, weil sie glauben die Kinder seien dann von den Geistern befreit. Wenn die Kinder Glück haben, werden sie vielleicht sogar zur Schule geschickt.



zum Seitenanfang

Sitemap Unterhaltung:
| | |





© 2012 Themenguide.de - Jugendliche, Freizeit, Schule
Veranstaltungen
Veranstaltung / Ort