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Kinderarbeit & Co.

Kinderprostitution - auch in Deutschland keine Seltenheit

30.10.2008

Von unserer Jungredakteurin Samea Langenstein, Ricarda-Huch-Schule, Kurs Journalismus, 10. Klasse

Kinderprostitution ist weltweit verbreitet. Überall werden Kinder zur Prostitution gezwungen oder verkaufen sich sogar freiwillig. Unicef schätzt die Zahl der Kinder, die der Prostitution nachgehen, auf ca. 3-4 Millionen, aber die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher.

Doch aus welchen Gründen verkaufen sich die Kinder? In den so genannten Entwicklungsländern liegt es vor allem an der Armut. Es gibt zu wenige Alternativen, sich zu ernähren und so verdienen die Kinder ihr Geld mit der Prostitution. Da viele Kinder auf der Straße leben, können Zuhälter sie zudem entführen und zur Kinderprostitution zwingen. Oft verdienen die Eltern der Kinder zu wenig Geld, um sie ernähren zu können und so verkaufen sie ihre Kinder an die Zuhälter. Dabei ist vielen Eltern nicht klar, welches Schicksal ihr Kind erwartet, denn von den Kinderhändlern werden ihnen falsche Versprechungen gemacht.

Häufig geht Kinderprostitution mit Sextourismus einher. Die momentanen Hauptbrennpunkte von Sextourismus und Kinderprostitution sind die Philippinen, Thailand, Sri Lanka, Indien, die Karibik, Brasilien, Kenia und Südafrika. Doch ein Sextourist muss keinen dicken Geldbeutel für eine so weite Reise haben, denn es genügt schon, ins Nachbarland, nach Polen oder Tschechien, zu fahren.
Jährlich gibt es etwa 200.000 Sextouristen, die sich an Kindern und Jugendlichen vergreifen. Davon sind 95 Prozent Männer, von denen einige ihre Taten aufzeichnen und als Kinderpornografie verkaufen oder aus Angst vor Entdeckung ihre Opfer sogar töten. Die Nachfrage nach jüngeren Kindern wird immer größer, da viele Täter denken, dass die Ansteckungsgefahr von AIDS geringer sei. So liegt das Einstiegsalter jetzt bei 12 Jahren und nicht mehr bei 15 Jahren. Doch bei einem sexuellen Missbrauch kann es zu Verletzungen kommen, die die Wahrscheinlichkeit mit AIDS angesteckt zu werden sogar noch erhöhen.

Aber wie sieht es eigentlich in Deutschland aus?
Viele Menschen denken, dass es Kinderprostitution nur in ärmeren Ländern gibt, aber auch in Deutschland gibt es 10.000 bis 20.000 Kinder und Jugendliche, die sich prostituieren. Von diesen geht aber nur ein kleiner Teil offen auf den so genannten Babystrich. Ein großer Teil der Minderjährigen, die sich dort verkaufen, finanzieren sich mit den Einnahmen ihre Drogensucht. Vielfach findet eine Vermittlung über die eigenen Eltern oder andere Familienangehörige statt. Während die Kinderprostitution in anderen Ländern großes Aufsehen erregt, ist sie hier ein Tabuthema, das nur selten angesprochen und von der Regierung kaum beachtet wird.

Die Folgen für die Kinder sind verheerend. Durch das ständige Gefühl benutzt und ausgenutzt zu werden oder nur Gegenstand für das Wohlbefinden anderer Menschen zu sein, fehlt den Kindern jegliches Selbstbewusstsein. Dies treibt sie in eine Hoffnungslosigkeit und Isolation, die bei den meisten zur Folge haben, dass sie ein Suchtverhalten entwickeln, in die Drogenszene abrutschen und die Realität verdrängen.
Auch gesundheitlich geht es ihnen nicht gut, denn sie sind stark durch Aids gefährdet. Außerdem fangen viele an sich zu ritzen oder sich anderweitig zu verletzen. Die wenigen, die den Ausstieg schaffen, haben ihr ganzes Leben damit zu kämpfen, das Trauma zu verarbeiten.

Was kann man tun um Kinderprostitution zu stoppen?
Kinderprostitution sollte thematisiert werden um effektive Lösungen zu finden, wie beispielsweise:

  • verstärkte Aufklärung an den Schulen
  • offener und direkter Umgang mit dem Thema Kinderprostitution
  • Schaffung von mehr Anlaufstellen oder Therapiezentren für die betroffenen Kinder und Jugendlichen
  • gerechte/angemessene Bestrafung der Täter/innen und der Auftraggeber

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