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Klimaerwärmung

Kyoto – Was ist das?

30.10.2008

Von unserem Jungredakteur Philipp Gramatke, Ricarada-Huch-Schule, Kurs Journalismus, 9. Jahrgang

Seit einigen Jahren machen sich die Menschen immer mehr Sorgen um ihre Umwelt, da sie feststellen müssen, dass sich das Weltklima drastisch erwärmt. Die Regierungen rufen seitdem dazu auf, den CO²-Ausstoß zu reduzieren. Städte wie Stockholm richten eine City-Maut ein und Naturschutzorganisationen demonstrieren gegen die Rodung von Regenwäldern - mit mittelmäßigen Erfolg.

Deshalb haben sich 1997 die Umweltminister vieler Staaten - unter anderen auch Deutschland - im japanischen Kyoto getroffen, um dieses Problem zu lösen. Bei dieser Konferenz kam heraus, dass es ein Kyoto-Protokoll geben wird, in dem sich die daran teilnehmenden Staaten bereit erklären, ihren CO²-Ausstoß zu vermindern. Das Protokoll sollte jedoch erst in Kraft treten, sobald mindestens 55 Staaten daran teilnehmen, die zusammengerechnet mehr als 55% der Kohlenstoffdioxid Emissionen produzieren. Die Zahl von 55 Staaten wurde schon mit dem Beitritt Island im Jahr 2002 erreicht. Als im Februar 2005 Russland ebenfalls beitrat, hatten bereits 141 andere Staaten unterzeichnet, die zusammen 85% der Weltbevölkerung und 62% der CO²-Emissionen abdeckten.

Staaten wie die USA, Kroatien, Australien und Monaco haben zwar unterzeichnet, aber später angekündigt, sich nicht an die Vereinbarung zu halten. Dafür gab es andere Länder, die sich hinterher dazu bereit erklärten. In Deutschland trat die Vereinbarung erst im Februar 2005 in Kraft. Trotz aller Bemühungen haben die größten Industrienationen ihren CO²-Austoß seit 1990 so extrem erhöht, dass das ursprüngliche Ziel einer Reduzierung von 6-8% in weite Ferne gerückt ist. Die 6-8% richten sich nach dem Stand von 1990, das heißt, der Kohlenstoffdioxid - Ausstoß muss 6-8% unter dem von 1990 liegen. Experten erwarten bis zum Jahr 2011 einen Anstieg von 11%.

Die Staaten des ehemaligen Ostblocks (Slowakei, Slowenien, Ukraine, Polen, etc.) haben aufgrund des Zusammenbruchs ihrer Industrien eine Rückgang von bis zu 40% erreicht, jedoch wird der Ausstoß wieder steigen und so im Jahr 2012, Ablaufdatum des Prozesses, nur noch bei –18% liegen. Die westlichen Nationen werden ihren CO²-Emissionen auf ca. 20% erhöhen. Die größten Anstiege haben Spanien (+ 42%), Portugal (+ 37%), Griechenland und Irland (beide jeweils + 26%), Finnland (+ 22%), Österreich (+ 17%) und die USA (+ 13%) zu verzeichnen. Deutschland konnte den Ausstoß seit 1990 um 20% verringern, Ziel bis 2012 ist aber 21%. Deutschland ist also auf dem besten Wege, das Ziel zu erreichen.

Es gab aber auch negative Reaktionen auf Kyoto - vor allem von Umweltschützern, denen das Ziel nicht hoch genug war. Auf der anderen Seite waren die Vertreter der Wirtschaft, die Wachstumsschwächen und hohe Kosten befürchteten. Auch auf der Klimakonferenz 2005 in Montreal gab es Kritiken zu ernten. Denn die geplanten Maßnahmen können – selbst wenn alle Länder (auch die USA) sich daran hielten – die prognostizierte Erderwärmung bis zum Jahr 2100 um lediglich 6 Jahre aufschieben. Die dafür aufzuwendenden Ressourcen sollten besser im Kampf gegen Hunger und Krankheiten, sowie zur Erforschung erneuerbarer Energien eingesetzt werden.



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