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Adam Fawer: Null (Kritik)25.10.2005
Von unserer Redakteurin Nadine JerkeDavid Caine ist ein anerkanntes Mathematikgenie. Selbst die kompliziertesten Wahrscheinlichkeitsrechnungen löst er schneller als ein Taschenrechner. Caine nutzt sein Talent nicht nur, um an der Universität als Statistikdozent zu unterrichten, sondern auch für seine zur Sucht gewordene Leidenschaft – Poker. Durch diese Spielsucht und durch seine Krankheit Epilepsie, verliert Caine nicht nur seinen Dozentenjob. Eines Nachts verspielt er beim Poker elftausend Dollar, die er sich von der Russenmafia geliehen hat. Von diesem Moment an ist nichts mehr, wie es einmal war. Nach einem epileptischen Anfall erwacht David Caine im Krankenhaus. Neben seinem Bett sitzt Jasper – Caines schizophrener Zwillingsbruder. Die beiden haben sich seit Jaspers Einweisung in die Psychiatrie nicht mehr gesehen, und obwohl David zunächst über den Besuch seines Bruders verwundert ist, fühlt er sich plötzlich eng mit ihm verbunden... Um seine epileptischen Anfälle in den Griff zu kriegen, nimmt David an einem medizinischen Experiment teil. Durch die Medikamente kann er Ereignisse, die in der Zukunft liegen vorausahnen und diese durch sein Handeln auch beeinflussen. Dabei wird er das Gefühl nicht los, alles geschehe nur im Traum. Auf der Flucht vor den Russen trifft David auf die Geheimagentin Nava Vaner, die von den verschiedensten Organisationen wie zum Beispiel dem FBI, der CIA, aber auch vom russischen und japanischen Geheimdienst gesucht wird. Nava war ursprünglich darauf angesetzt, Caine zu finden – der durch seine neu errungenen Fähigkeiten zu einer gefährlichen Waffe geworden ist. David und Nava schlagen sich gemeinsam durch – immer mit einem Rest Misstrauen dem anderen gegenüber. Der einzige Verbündete, den sie noch haben, ist Davids Bruder Jasper, der mit seinem Verfolgungswahn plötzlich gar nicht mehr so schizophren scheint... „Null“ ist ein durch und durch spannendes oder besser gesagt ein unheimliches Buch. Die vielen Handlungsstränge sind extrem gut durchdacht und in sich schlüssig. Trotzdem fällt es an manchen Stellen schwer, der Geschichte mit ihren vielen Verknüpfungen zu folgen. Zahlreiche Seiten des Buches sind gefüllt mit Beispielen der Wahrscheinlichkeitstheorie. Diese sind allerdings auch für mathematisch unbegabte Leute gut zu verstehen. Streckenweise werden die Lebensgeschichten der beteiligten Personen sehr ausführlich wiedergegeben, was der Story aber nicht schadet. Was dieses Buch so unheimlich macht, sind weniger die Szenen der körperlichen Gewalt, als vielmehr die Kraft des Unterbewusstseins, die der Autor gekonnt transportiert. Ein absolut lesenswertes Buch – aber nichts für schwache Nerven! Adam Fawer, 1970 in New York geboren, hatte im Alter von sechs Jahren eine seltene Augenkrankheit und verlor beinahe die Sehkraft. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt von zahlreichen Krankenhausaufenthalten. Aus dieser Zeit stammt auch seine Liebe zur Literatur. Später studierte er Wirtschaftswissenschaften und Statistik und machte seinen MBA an der Standford Business School. Drei Jahre war er Leiter eines erfolgreichen Dot-com-Unternehmens in New York. Mit „Null“, seinem ersten Roman, hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt: Er ist Schriftsteller geworden. Adam Fawer lebt und arbeitet in New York. Autor/in: Adam Fawer
Verlag: Kindler
Umfang: gebunden, 579 Seiten
Erscheinungsjahr: September 2005
ISBN: 978-3-463-40476-9
Preis: 19,90 €
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