Graffitisprayen

 In Graffiti

Von unserer Jugendradakteurin Hannah Hettler, Kurs Journalismus, Ricarda-Huch-Schule, Jahrgang 10

Viele Kinder und Jugendliche interessieren sich heutzutage sehr für Graffitis. Hier gibt es jedoch den Unterschied zwischen legalem und illegalem Graffitisprayen. Doch worin liegt eigentlich der Reiz des Sprayens, insbesondere des Illegalen? Wie sehen sich die jungen Leute selbst oder wie werden sie von anderen Menschen wahrgenommen? Und ist Graffiti Kunst oder Schmiererei?

In den letzten Jahren wurden immer wieder Flächen zum Graffitisprayen freigegeben. U-Bahn-Haltestellen, Straßenbahnen und andere Wandflächen in Städten, wie zum Beispiel die Sedanstraße in Hannover, werden nun von bunten Spraybildern „geziert“. Ein aktuelles Projekt gab es kürzlich auch bei der Üstra Hannover. Drei junge Männer haben einen kompletten Üstra-Bahnwagen nach dem Motto „Bahn des Friedens“ besprayt, der jetzt in Hannover herumfährt.

Um die Graffitikünstler hat sich eine eigene Szene entwickelt. Viele der Sprayer lesen bestimmte Graffitizeitschriften und zeichnen ständig, manchmal einfach nur auf Blöcken, Büchern, etc.. Auch werden häufig Ausdrücke und andere Sprachvarianten der Graffitiszene benutzt, wie zum Beispiel „Tags“ (Signaturkürzel), „Piece“ (größeres Wandbild), „Bomben“ (eine Fläche illegal besprühen) oder „Throw Up“ (schnell hingesprühtes Bild).

Graffitis in der Kritik

Für viele Menschen ist Graffiti ein Verbrechen. Für die Graffitikünstler selbst ist es jedoch moderne Kunst. Mit Hingabe werden Zeichnungen gesprayt, gekratzt oder geschrieben. Um Schmierereien an Hauswänden und anderen öffentlichen Gebäuden zu vermeiden, werden zwar immer wieder ausgewählte Flächen fürs Sprayen freigegeben, jedoch gibt es immer noch zahlreiche Fälle von illegalen Graffitikünstlereien.

Das illegale Sprayen wird ebenfalls auf Straßenbahnen, Häusern und anderen Flächen begangen. „Tatwerkzeuge“ sind dabei Spraydosen, Eddings und auch Werkzeuge. Für die meisten Sprayer ist es ein Abenteuer, zu einer Szene dazugehören bzw. zu einer „Crew“ (In der Graffitiszene), in der man Anerkennung, Ruhm und Ehre bekommen kann. Doch warum sprayen sie überhaupt illegal, wenn es doch Flächen gibt, die extra fürs Sprayen frei gegeben werden?

Ein Grund mag sein, dass es den Künstlern einen so genannten “Kick” verleiht, unerlaubter Weise zu sprühen. Auffällig ist, dass die Straftaten immer nur in größeren Gruppen begangen werden. Doch die notwendigen Utensilien wie Eddings oder Spraydosen sind teuer, daher ist es nicht immer einfach, diese selbst zu finanzieren. So werden sie häufig auch auf illegalem Weg, zum Beispiel durch Ladendiebstahl, besorgt. Dies trifft natürlich nicht auf alle Graffitisprayer zu.

Was viele Jugendliche jedoch nicht beachten ist, dass sie möglicherweise auch erwischt werden könnten – und das wird teuer, denn illegales Graffitisprayen ist eine Straftat. Kinder von 7 bis 14 Jahren sind zwar nicht strafmündig, ihre Erziehungsberechtigten müssen aber für die Sachbeschädigung aufkommen. Jugendliche ab 14 Jahren werden dann strafrechtlich nach dem Jugendstrafgesetz verfolgt. Ab 18 Jahren ist man dann endgültig strafmündig. Bei dieser Personengruppe werden für das Sprühen auf nicht genehmigten Flächen die Paragraphen 303 und 304 aus dem Strafgesetzbuch angewendet. Das heißt, der Täter/die Täterin kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder auch mit hohen Geldstrafen belegt werden hallo.

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